Budgetieren heisst: entscheiden, wohin das Geld geht, bevor man es ausgibt, nicht danach. Die meisten Methoden scheitern, weil sie zu kompliziert sind, um den zweiten Monat zu überleben. Die 50/30/20-Regel ist das Gegenteil: so einfach, dass man sie im Kopf behält.

Die Regel in einem Satz

Teilen Sie Ihr monatliches Nettoeinkommen (nach Steuern und Sozialabgaben) in drei Teile:

  • 50 % Fixkosten und Notwendiges: Miete, Krankenkasse, Strom und Internet, Lebensmittel, ÖV, Mindestraten für Kredite.
  • 30 % Wünsche: Restaurant, Ferien, Kleider, Abos, Hobbys, Geschenke.
  • 20 % Zukunft: Sparen, Schulden schneller abbauen, Anlegen, Säule 3a.

Die Prozente sind ein Startpunkt, kein Gesetz. In teuren Städten wie Zürich, Genf oder München landen die Fixkosten oft bei 60 %. Das ist in Ordnung, solange die Differenz bei den Wünschen eingespart wird, nicht beim Sparen.

Beispiel: 5'500 Franken netto in der Schweiz

TeilAnteilBetragBeispielkategorien
Notwendiges50 %CHF 2'750Miete 1'600, Krankenkasse 380, Lebensmittel 450, ÖV 120, Strom und Internet 110, Serafe und Handy 90
Wünsche30 %CHF 1'650Restaurant, Ferien, Kleider, Abos
Zukunft20 %CHF 1'100Notgroschen, Säule 3a

Dieselbe Aufteilung für 2'800 Euro netto in Deutschland: 1'400 / 840 / 560 Euro.

Wichtig in der Schweiz: Die Steuern werden oft nicht vom Lohn abgezogen. Wenn Sie sie selbst bezahlen, legen Sie innerhalb der Fixkosten jeden Monat einen Betrag zur Seite. Mehr dazu in Budget in der Schweiz.

Fünf Schritte zur Umsetzung

  1. Das echte Nettoeinkommen aufschreiben. Was wirklich auf dem Konto ankommt, nicht der Bruttolohn aus dem Vertrag.
  2. Fixkosten auflisten. Miete, Krankenkasse, Abos, Kreditraten. Einmal als Dauerauftrag erfassen, dann erscheinen sie jeden Monat von selbst.
  3. Budget pro Kategorie festlegen. Nicht nur drei Summen, sondern «Lebensmittel 450» und «Restaurant 250» getrennt. Ein Gesamtbudget warnt nie rechtzeitig.
  4. Zuerst sich selbst bezahlen. Am Zahltag die 20 % aufs Sparkonto überweisen. Was am Monatsende übrig bleiben soll, bleibt nie übrig.
  5. Einmal pro Woche fünf Minuten hinschauen. Nicht täglich mit Stress, nicht monatlich mit Überraschung. Ein Blick pro Woche reicht zum Nachsteuern.

Einrichtung in RizKharj

In RizKharj unter Einstellungen › Konten & Budget jeder Kategorie ein Monats- oder Wochenbudget geben. Die Startseite zeigt, was in jedem Budget noch übrig ist, und die Berichte zeigen den Anteil jeder Kategorie über 6 oder 12 Monate. Für den Teil «Zukunft» ein Sparziel anlegen, etwa «Notgroschen 10'000 Franken» mit Frist, und den Fortschritt verfolgen. Alles offline und ohne Konto.

Häufige Fragen

Was, wenn mein Einkommen jeden Monat anders ist?

Nehmen Sie den Durchschnitt der letzten drei Monate und planen Sie mit dem schwächsten Monat. In besseren Monaten geht der Überschuss aufs Sparkonto.

Wohin gehören Kreditraten?

Die Mindestrate zu den Fixkosten. Alles, was Sie zusätzlich zahlen, um schneller schuldenfrei zu sein, kommt aus den 20 % für die Zukunft.

Sind 20 % Sparen nicht zu viel?

Wer neu anfängt, startet mit 10 %, aber nie mit null. Die monatliche Gewohnheit zählt mehr als die Zahl.